Kreativaktion "Stolpersteine für den Frieden"

"Stolpersteine für den Frieden" - eine Kreativaktion im Rahmen des diesjährigen Schüleraustauschs mit der Partnerschule in Gliwice

Weiß grundieren: der zweite Arbeitsschritt, nachdem die Steine zunächst ordentlich "geschrubbt" worden sind.

Während die einen eifrig pinseln, recherchieren die anderen am Laptop zu den Hintergründen der historischen Ereignisse: Was war das eigentlich, dieser "Kniefall von Warschau" 1970? "Aktion Sühnezeichen" - was ist das?

Sorgfältig werden die Daten und Schlagworte auf den Stein übertragen - zweisprachig, natürlich...!
Ein Zeichen für Frieden und Völkerverständigung setzte die Kreativaktion „Stolpersteine für den Frieden“, die im Rahmen des diesjährigen Besuchs von polnischen Austauschschülern aus Gliwice im Team mit ihren deutschen Partnern von der Gesamtschule Hüllhorst (9./10. Jahrgang) durchgeführt wurde. Diese Begegnung wurde zum wiederholten Male dank der Förderung durch den Förderverein der Schule und des Deutsch-Polnischen Jugendwerks (DPJW) ermöglicht.
Stolpern heißt: ausgebremst werden, den gewohnten Gang unterbrechen, innehalten müssen. Und jeder wird naturgemäß erst mal schauen: worüber bin ich da eigentlich gestolpert? – und den betreffenden Gegenstand mit besonderer Aufmerksamkeit wahrnehmen.
Die bekannte Aktion „Stolpersteine“ ist mittlerweile in vielen deutschen und europäischen Städten verbreitetet: Als Erinnerung und Mahnung im Gedenken an die Opfer von Deportationen im Nazi-Regime wurden in das Straßenpflaster vor Hauseingängen „Pflastersteine“ aus Messing eingelassen, überall dort, von wo Menschen „abgeholt“ worden sind - versehen mit dem Namen und den Daten des Betreffenden.
Ergebnis der Kreativaktion an der Gesamtschule Hüllhorst war eine Reihe von dreizehn weißen, beschrifteten Steinen, über welche der neugierige Betrachter „stolpern“ sollte. Anders als beim berühmten Vorbild verweist hier jedoch jeder Stein den Betrachter auf ein dezidiert positives historisches Ereignis der polnisch-deutschen Vergangenheit nach dem zweiten Weltkrieg. Als solche „Meilensteine“ hoffnungsvoller und positiver Entwicklungen wären zum Beispiel die neue Ostpolitik und der ‚Kniefall von Warschau‘ des damaligen Bundeskanzlers Willy Brandt 1969/70 zu nennen, die Gründung der „Aktion Sühnezeichen“ 1978 oder auch die Gründung des Deutsch-Polnischen Jugendwerks 1991, das in diesem Jahr 2011 somit sein 20jähriges Jubiläum feiert.
Der letzte Stolperstein trug die Daten der eigenen Kreativaktion, mit der schließlich auch die Schülerinnen und Schüler einen persönlichen Beitrag zur deutsch-polnischen Völkerverständigung geleistet hatten.
Die „Stolpersteine“ wurden abends den Gasteltern präsentiert und werden für einige Zeit auch öffentlich in der Pausenhalle der Gesamtschule zu sehen sein.


